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Foto: Johannes Plenio/Pexels

Studie: Klimafittes Heizen und Sanieren

Im Mai 2023 wurde die Studie „Klimafittes Heizen und Sanieren” vorgestellt. Ihr Ergebnis bestätigt unser Tun: Die geringsten laufenden Energiekosten erzielt eine thermische Vollsanierung bzw. Fassadensanierung mit einer Grundwasser Wärmepumpe. Wir haben die Studien-Highlights zusammengefasst.

Wie viel kostet Umstellung und Betrieb einer neuen Heizung? Wie viel die Dämmung von Hauswänden und –decken oder der Fenstertausch? Wie groß ist der Nutzen?
Diese Fragen standen im Fokus der Studie “Klimafittes Heizen und Sanieren”.

Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat das Energieinstitut der Johannes-Kepler-Universität in Linz beauftragt, sich die energetischen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen eines Heizungstausches für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie die Effekte von Gebäudedämmungen anzusehen.

Nach einer Studienlaufzeit von 6 Monaten, von August 2022 bis Jänner 2023, wurden im Mai 2023 die Ergebnisse präsentiert.

Die Publikation können Sie vollständig hier nachlesen.

Wir haben einige Punkte zusammengefasst:

  • Zur Analyse von Kosten/Nutzen Effekten wurden anlagenseitige (Heizungstausch) und thermische (Gebäudehülle) Sanierungsoptionen im Bereich der dezentralen Wärmeenergieerzeugung und -bereitstellung sowie thermischer Sanierungsmaßnahmen im Wohngebäudebestand in Niederösterreich einer umfassenden Bewertung unterzogen. Der zentrale Fokus ist dabei auf die Entscheiderperspektive der Endkonsument:innen gelegt um die energetischen, ökologischen aber vor allem (voll)kostenseitigen Auswirkungen zu quantifizieren.
  • Durch die Kombination der thermischen Sanierungsoptionen (Vollsanierung) konnte der Heizwärmebedarf in allen Referenzgebäudetypen mehr als halbiert werden, was einer signifikanten Energieeinsparung entspricht. Z. B. von 200 kWh/m²a auf 60 kWh/m²a;
    – 70 % beim Einfamilienhaus, – 60 % beim Mehrfamilienhaus bis 10 Wohneinheiten & – 63 % beim Mehrfamilienhaus
  • Die erreichbaren Energieeinsparungen sind jedoch auch mit signifikanten Investitionskosten verbunden. Nicht zuletzt durch Preissteigerungen der letzten Monate kommt die durchgeführte Schätzung der Investitionen bei einer Vollsanierung des Referenzgebäudes Einfamilienhaus auf knapp unter 60.000 € beim Mehrfamilienhaus mit bis zu 10 Wohneinheiten auf ca. 110.000 € bzw. beim Gebäude mit mehr als 10 Wohneinheiten auf 180.000 €. Die wirksamsten Maßnahmen wie die thermische Fassadensanierung weist auch die höchsten spezifischen Investitionskosten auf.
  • Aufgrund der enormen Anzahl an Betroffenen in den nächsten Jahren ist von einem signifikanten Anstieg des Bedarfs nach individuellen Informations- und Beratungsprogrammen auszugehen.
  • Die Fülle an Möglichkeiten zur thermischen, anlagenseitigen oder kombinierten Sanierung sind für die Konsument:innen nicht einfach zu interpretieren. Im Detail betrachtet, stehen die Konsument:innen vor 41 möglichen Entscheidungen, die in dieser Studie analysiert wurden und durch die budgetäre individuelle Lage und Bereitschaft meist limitiert ist. Außerdem stellt sich die Frage, welche Zielfunktion minimiert bzw. maximiert werden soll. Es handelt sich hierbei mathematisch um ein Optimierungsproblem. Deshalb wurden drei Ziele definiert, die die Präferenzen der Konsument:innen widerspiegeln sollen:
  1. Betriebskosten minimieren
  2. Energetische Einsparungen maximieren
  3. Emissionseinsparungen maximieren
  • Die geringsten laufenden Energiekosten erzielt man im Idealfall mit einer thermischen Vollsanierung bzw. Fassadensanierung und einer Grundwasser Wärmepumpe gefolgt von einer Wärmepumpe mit Flächenkollektoren, ebenso erzielt man hiermit die größten energetischen Einsparungen.

Hier geht’s zur Studie „Klimafittes Sanieren“.