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Nicht valide: wärmedämmende Farbe

Das von mehreren Fachverbänden herausgegebene Positionspapier untersucht kritisch sogenannte „wärmedämmende Farben“. In Labortests der Leibniz-Universität Hannover zeigte sich, dass diese Farbe keine messbare Wärmedämmwirkung hat – sie verhielt sich wie eine normale Fassadenfarbe –, während eine 20 cm starke EPS-Dämmung deutlich besser isolierte.

Die Angaben der Hersteller zur Wärmeleitfähigkeit der Farben und zur möglichen Energieeinsparung halten einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Vorgenommen wurde die Untersuchungen durch das Institut für Bauphysik der Leibniz Universität Hannover im Auftrag des Verbandes für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V. (VDPM) und des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL).

Die vom Hersteller genannte Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,0000877 W/(m·K) halten Experten für physikalisch unmöglich: Selbst extrem effiziente Dämmstoffe (z. B. Vakuumisolationspaneele) erreichen nur etwa λ ≈ 0,002–0,006 W/(m·K). Der beworbene Wert liegt 30–60-fach niedriger (nahe am Niveau eines Vakuums) und ist für eine dünne organische Beschichtung unrealistisch.

Fazit: Die im Papier untersuchten Kennwerte sind „nicht plausibel, nicht reproduzierbar und wissenschaftlich nicht haltbar“. Die Behauptungen der Hersteller gelten demnach als nicht valide.

Das Forschungsergebnis als PDF finden Sie hier.

Quellen: VDPM/VdL-Positionspapier „Verbände warnen vor ‚wärmedämmenden Farben‘“.