Kein Heizkesseltausch ohne Dämmung
Mit Anfang Februar hat das Klimaschutzministerium einen Stopp für den Sanierungsbonus 2026 verkündet, um den Fokus für 2026 auf den Kesseltausch zu legen.
Nach Angaben des Ministeriums waren Ende Jänner bereits 208 Millionen Euro der insgesamt 360 Millionen Euro abgerufen. Davon seien rund zwei Drittel auf Sanierungen entfallen, was umgerechnet zirka 137 Millionen Euro für thermische Maßnahmen bedeutet. Mit Anfang Februar hat das Klimaschutzministerium den Sanierungsbonus gestoppt, um den Fokus für 2026 auf den Kesseltausch zu legen. Neue Registrierungen und Förderanträge sind seit 2. Februar 2026 nur mehr für den Kesseltausch möglich.
Umgerechnet bedeutet das: Durch den Förderstopp würden damit künftig nur rund 38 Prozent der Mittel in Sanierung fließen, während etwa 62 Prozent auf den Kesseltausch entfallen würden.
Der Anspruch, wie in der APA-Aussendung des Ministeriums mitgeteilt, lautet: Besonders in Zeiten knapper Budgets sollen die vorhandenen Mittel möglichst effizient auf CO₂-Einsparung ausgerichtet werden. Wir stimmen nicht der Argumentation von Minister Totschnig zu, dass der Kesseltausch im Vergleich zur thermischen Sanierung eine deutlich höhere CO₂-Einsparung pro eingesetztem Euro erziele.
Für die Energiewende und vor allem die Klimaneutralität 2040 muss der Energieverlust über die Gebäudehülle reduziert werden, damit ein Heizkesseltausch sinnvoll und alle Maßnahmen effizient sind.
Wir sagen: Kein Heizkesseltausch ohne Dämmung.
Georg Bursik
Geschäftsführer Baumit GmbH
“Es ist wirklich schwachsinnig, die Förderung jetzt auf den Heizungstausch zu beschränken. Damit wird das Pferd von der falschen Seite aufgezäumt! Zuerst gut dämmen und dann ein kleinere Heizung montieren, die weniger Energie braucht! Die Beste Energie ist schließlich jene, die ich gar nicht verbrauche.
Wenn ich im kalten Winter hinausgehe, ziehe ich mir auch einen Mantel an (Dämmung) und esse nicht nur einfach mehr (Heizenergie), damit mir warm wird.“
Christian Höberl
Geschäftsleitung Vertrieb und Produktion, RÖFIX AG
„Der Gebäudesektor ist einer der größten CO₂‑Emittenten. Ziel muss eine dauerhafte, strukturelle Reduktion des Energie-bedarfs sein – nicht nur eine kurzfristige Emissions-verschiebung. Unser Anliegen ist es, die Wirksamkeit der eingesetzten Fördermittel über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zu maximieren.
Die wirksamste Umweltstrategie ist daher: zuerst Energiebedarf senken, dann Heizsysteme erneuern. Förderpolitisch bedeutet das: Dämmung und Heizkesseltausch gemeinsam denken, keine einseitige Mittelbindung, die strukturelle Maßnahmen benachteiligt.”
Guido Kuphal
Geschäftsführer Synthesa Gruppe
“Der Förderstopp hat das Vertrauen nachhaltig erschüttert und der Thematik einen deutlichen Rückschlag versetzt. Sanierung beginnt bei der Gebäudehülle als grundlegende Maßnahme. Energetische Sanierung reduziert dauerhaft den Energieverbrauch und senkt somit die Kosten für Folgeinvestitionen wie Wärmepumpen usw. So kann gezielt die CO2-Emission nachhaltig reduziert werden.
Entscheidend ist, dass die Politik Verlässlichkeit und Kontinuität bei den Fördersystemen bietet, um Planungssicherheit für alle Akteure zu schaffen.”
Erwin Truskaller
Geschäftsführer Sto Ges.m.b.H.
Die Beendigung des Sanierungsbonus ist kurzsichtig und sogar fahrlässig. Was wir heute nicht in Energieeffizienz investieren, zahlen wir morgen doppelt – durch anhaltend hohe Energieausgaben und drohende Klima-Strafzahlungen. Thermische Sanierungen machen Haushalte langfristig unabhängiger von Energiepreisschwankungen und sind eine Investition in Umweltschutz und leistbares Wohnen.
Der hohe Andrang zeigt den Bedarf klar: Anstatt den Sanierungsbonus zu beenden, sollte die Bundesregierung ausreichend Budget für thermische Sanierungen und den Kesseltausch bereitstellen.”