Energieeffizienz: Thermische Sanierung ist kein Geheimtipp, sondern Wertschöpfung und Notwendigkeit für eine energieeffiziente Zukunft
Die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG) ist eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft der vier größten Anbieter von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) in Österreich: Baumit, Röfix, Sto und Synthesa Gruppe. Auf der diesjährigen Energiesparmesse in Wels hat die QG eine klare Botschaft: Kein Heizkesseltausch ohne Dämmung. Damit antwortet sie auf den Stopp des Sanierungsbonus 2026.
Sparen an vielen Seiten erscheint heute eine Notwendigkeit. Offenbar gibt es von etwas zu wenig und von anderem zu viel in Österreich: zu wenig Finanzkraft für die Realisierung eines klimafitten Gebäudesektors, zu wenig Stringenz in einer Industriestrategie und zu wenig Planungssicherheit für die gesamte Baubranche; zu viel CO2 und Intransparenz im Förderdschungel, zu viel Missachtung unternehmerischer Aktivitäten rund um die angekündigte „Sanierungsoffensive NEU“ und der Aufklärungsarbeit hinsichtlich eines sinnvollen Sanierungsfahrplans. Zugleich ist der Bedarf da, durch wirtschaftliche Beschäftigung Existenzen abzusichern, der Rezession entgegenzuwirken und Klimaziele zu erreichen, welche z.B. über EU-Gebäuderichtlinien erreicht werden sollen. Dies alles ist festzumachen am plötzlichen Stopp des Sanierungsbonus 2026 Anfang Februar.
Die ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG) hat die Vision von einem energieeffizienten Gebäudebestand, welcher nur mit thermisch optimierten Gebäuden realisiert werden kann. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier keinen Klimaschutz betreiben, sondern eine Umwelt schützen, in der wir alle leben. Bereits jetzt spüren wir am eigenen Körper, welche gesundheitlichen Gefahren Klimaerhitzung bringt. Wir erleben Naturkatastrophen mit hohen Schadensummen und die Ernährungssicherung in Österreich ist gefährdet. Das sind Realitäten,“ so QG-Sprecher Clemens Hecht. Fakt ist auch, dass Sanierungsinvestitionen CO2 einsparen und wesentlich für die österreichische Wirtschaft sind.
Thermische Sanierung ist kein Geheimtipp, sondern Wertschöpfung
Laut einer Studie der Johannes-Keppler-Universität[1] fließen für jeden in Sanierung und Bau investierten Euro rund zwei Euro über Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an den Staat zurück. Durch die staatlich geförderte thermische Sanierungsoffensive
2023–2024 belief sich der Rückfluss aus direkten und indirekten Steuern auf 1,6 Milliarden Euro. Knapp 35.000 zusätzlich geschaffene und gesicherte Arbeitsplätze verdeutlichen den Beschäftigungseffekt und die Relevanz vom Wirtschaftssegment thermische Gebäudesanierung.
Energieeffizienz: Verluste minimieren, Maßnahmen optimieren
Der erfolgreiche Sanierungsbonus wurde für heuer gestoppt zugunsten des angeblich CO2-effizienteren Kesseltauschs[2]. „Wenn unser Ziel ist, CO2 einzusparen, dann funktioniert das nur, mit einem vernünftigen Sanierungsfahrplan, der Maßnahmen für das beste Ergebnis aufeinander abstimmt“, sagt QG-Vorstand Franz Wastlbauer (Synthesa Gruppe, Market Manager). „Wir müssen zuerst Verluste minimieren und daraufhin Maßnahmen optimieren. Das ist Energieeffizienz.“
Für die Energiewende und vor allem die Klimaneutralität 2040 muss der Energieverlust über die Gebäudehülle reduziert werden, damit ein Heizkesseltausch sinnvoll und alle Maßnahmen effizient sind. QG-Vorstandsvorsitzender Ewald Rauter (Sto GesmbH, Produktmanagement) statuiert: „Wir sagen: Kein Heizkesseltausch ohne Dämmung.“
Gebäudesanierung = Arbeitsplatzsicherung und Regionalität
Der Multieffekt von Fassadensanierung ist tiefgreifend, so wird der Jahresumsatz 2025 in Österreich im Bereich thermisch-energetische Gebäudesanierung auf 2,5 – 3 Milliarden Euro geschätzt. Das ist ein enormer Wirtschaftsmotor, der die österreichische Volkswirtschaft stützt und gänzlich in Österreichs Marktwirtschaft bleibt.
„Der Sanierungsbonus funktioniert, wirkt und schafft einen Mehrwert. Bleiben wir gemeinsam dran“, fordert zuversichtlich Clemens Hecht.
Was tun in 2026?
Die QG formuliert konkrete Möglichkeiten:
- Rückbesinnung auf das „Wofür“: eine energieeffiziente, lebenswerte Zukunft
- Dialog mit den Entscheider*innen
- Kräfte bündeln und thermische Sanierung des Gebäudebestandes gemeinsam vorantreiben
- Erfolgreicher Sanierungsbonus innerhalb der „Sanierungsoffensive NEU“ weiterführen[3]
- Steuerliche Vergünstigungen
- Zweckwidmung Wohnbauförderung
- Landesförderungen abholen[4]
[1] Studie Wertschöpfung Sanierungsförderung 2023-24; Forschungsinstitut für Bankwesen, Johannes-Kepler-Universität Linz;
[2] APA OTS Klimaschutzministerium vom 2.2.2026: Hoher Andrang auf Sanierungsbonus – ab heute Fokus auf Kesseltausch
[3] siehe sanierungsoffensive.gv.at
[4] Aktuelle Übersicht Landesförderungen thermisch-energetische Sanierung über GLOBAL 2000
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Infografik: © ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme
Portraits:
Clemens Hecht © ARGE QG WDS/B. Wolf
Ewald Rauter © Sto/Marius Sabo
Franz Wastlbauer © Synthesa Gruppe