Mehrfamilienhaus: respektvolle Sanierung eines historischen Bestands

Foto: Andreas Kronberger
Kategorie: Wohnbau
Jahr: 2014
Ort: Wien
Projektverantwortlich: Ing. Andreas Kronberger (Planung und Konzept)
Verarbeitung: Hofer GesmbH, Seeboden
Baujahr: 1888
Nutzfläche: 618 m² Nutzfläche DG-Ausbau: 215 m²
Projektdauer Sanierung: 2012 bis 2014
Energiekennzahl: 6 kWh/m2a (183 kWh/m2a vor Sanierung)
Verbesserung in %: 97

Detailbeschreibung

Die Sanierung des Mehrfamilienhauses zeigt eindrucksvoll, dass eine Reduktion des HWB um mehr als 97 Prozent gegenüber dem Altbestand möglich ist. Die Ausführung ist mit großem Respekt vor dem historischen Bestand erfolgt.
Anhand des typischen Gründerzeithauses, 1020 Wien, Eberlgasse 3, in unmittelbarer Nähe zu den Stadterneuerungsgebieten Nordbahnhof und Nordwestbahnhof, wird gezeigt, dass mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten Passivhaus-Standard auch in der Sanierung erzielbar ist. Dabei ist in thermisch-energetischer Hinsicht der Lückenschluss zum Neubau gelungen und erstmals in Österreich ein Gründerzeithaus zum Passivhaus saniert worden. Dem Architekt und Bauherrn in einer Person ist es gelungen, im Rahmen einer „Sockelsanierung“ nach Förderungslinien des Wohnfonds Wien in teilweise bewohntem Zustand des Hauses dieses zu einem Gebäude mit hoher Wohnqualität und sehr hohem ökologischen Standard zu erneuern, wobei eine einfache, zeitlose Gestaltung gewählt wurde. Anhand von bewährten Passivhauskomponenten wie hocheffizienter Dämmung, Passivhausfenstern und -türen, aktiver zentraler Wohnraumlüftung mit Wärmerück-gewinnung und innovativen Adaptionen werden typische Gründerzeithausmerkmale erhalten und mit modernen Grundriss- und Wohnansprüchen kombiniert. Die gesamte Beleuchtung des Stiegenhauses, der Loggien, Vorräume, Außenbeleuchtung etc. wurde ausschließlich mit LED Lampen ausgestattet. Ebenso verfügt der Personenaufzug über ein Energierückgewinnungssystem. Barrierefreiheit und individuelle Freibereiche für jede Wohneinheit ergänzen den hohen Energie- und Komfortstandard. Zukünftige Betriebskosten werden drastisch reduziert, der Heizwärmebedarf wird um über neunzig Prozent gesenkt. Eine weitere Besonderheit dieses Demonstrationsprojekts sind die auch während der Sanierung aufrechten Bestandsverhältnisse und die aktive Zusammenarbeit mit den BewohnerInnen.

Vorher

Andreas Kronberger
Andreas Kronberger

Nachher

Foto:  Andreas Kronberger
Foto: Andreas Kronberger